Ein Weg, den ich nicht geplant habe – der mich aber genau dorthin geführt hat, wo ich mich heute erfüllt fühle.
Als ich mit 16 meine Ausbildung zur Pferdewirtin abbrach, fühlte ich mich, ehrlich gesagt, eher wie eine angehende Garten-Landschaftsbauerin.
Stroh- und Heuballen schleppen, stundenlang Wege harken, Laub entfernen – das war nicht das, wofür mein Herz für Pferde einst zu schlagen begonnen hatte und was ich mir von der Ausbildung erwartet
hatte.
Ich wechselte ins Büro – Veranstaltungsmanagement, später Bauunternehmen – die Pferde blieben mein Hobby.
Ich bin ein sehr empathischer Mensch, und obwohl mir die Arbeit im Büro Freude machte, war das Miteinander dort oft… schwierig.
Die Konflikte, das Konkurrenzdenken, alles kam mir oft vor wie ein großes Kasperletheater... ich verstand die Pferde besser als die Menschen. Pferde waren immer klar, ehrlich... - das war
auch nicht immer schön - aber es war echt.
Ich habe Menschen als verletzend, unberechenbar, manchmal sogar boshaft erlebt. Das hat mein Vertrauen in „den Menschen an sich“ geprägt.
Und dann – mit Ende 20 – kam die Diagnose Morbus Crohn.
Mir wurde klar: So kann es nicht weitergehen. Ich musste zurück zu dem, was mich wirklich lebendig macht.
Ich wechselte ins kleinere Büro eines Bauunternehmens – und fühlte mich dort wohler. Es folgten viele Weiterbildungen in verschiedenen Reitweisen und Trainingsmethoden, bis ich mich für die
Trainerausbildung bei Katharina Möller (heute OsteoDressage) entschied – insgeheim mit dem Wunsch:
Endlich nur noch mit Pferden arbeiten.
Nach einiger Zeit nebenberuflicher Trainertätigkeit, wagte ich den Schritt und hing meinen Büro-Job an den Nagel.
Ein Traum ging in Erfüllung ! Arbeiten zu gehen ohne, dass es sich wie Arbeit anfühlt, zu tun was du wirklich liebst, was nicht nur dein Portmonee füllt sondern auch dein Herz !
Die Realität wollte jedoch gesehen werden...
Ich konnte dem Pferd helfen – aber wie nachhaltig das war, hing eben auch von seinem Menschen ab.
In Vorgesprächen hörte ich oft Sätze wie:
"Mein Pferd ist so steif … so stur … so hektisch … so faul.“
Meine Frage lautete dann schonmal :
Und wie ist das bei dir?
Wie beweglich bist du selbst? Wie motiviert, wie offen für Neues? Wie viel Ruhe trägst du in dir?“
Man kennt ja den Satz: "Dein Pferd ist dein Spiegel" Ja... aber NICHT NUR ! Es ist auch eine ganz eigene Persönlichkeit, mit seinen eigenen Bedürfnissen und bereits gemachten Erfahrungen
!
Das war der Punkt, an dem ich begann, mich intensiv mit dem Menschen zu beschäftigen.
Mit seiner Psyche und seinem Körper. Warum handeln wir, wie wir handeln? Welche Bedürfnisse hat eigentlich so ein Mensch ...
Ich wollte meine Kunden nicht nur auffordern: „Rücken gerade! Absatz tief!“
– und sie dann in eine Kompensationshaltung, wie ein Hohlkreuz, fallen sehen.
Ich machte die Ausbildung zur Sport- und Fitnesstrainerin, um
mehr zu sagen als obige Anweisun oder "mach mal ausgleichssport".
Ich möchte Menschen befähigen, sich selbst und ihr Pferd wieder mehr zu spüren. Verständliche Hilfengebung aus der Losgelassenheit des Reitersitzes heraus umsetzen zu können.
Sicherheit in seinen eigenen Fähigkeiten finden.
Der Körper ist oft gar nicht in der Lage bestimmte Haltungen ein zu nehmen, durch verkürzte Muskulatur, fehlende Stabilität in der Körpermitte, wenig Mobilität im Hüftbereich....
Eine gezwungene angeblich perfekte Körperhaltung ist weder beim Pferd noch beim Mensch zielführend. Sieht vielleicht schön aus...für manche... fühlt sich aber nicht schön an.
Und es geht doch ums Gefühl.. oder nicht?
Mein "neuer" Wunsch: Menschen in echte Verbindung bringen - zu sich und ihrem Pferd, so entstand: Zwei Körper - eine Verbindung.
Pferde haben mir sanft die Tür zu Menschen geöffnet, ich bin dafür sehr dankbar und in meiner Arbeit mit beiden Parts erfüllter als je zuvor !
Aus diesem Weg ist eine klare Haltung entstanden.
Im nächsten Abschnitt erfährst du, welche Aus- und Weiterbildungen mich geprägt haben,
welche Erfahrungen ich selbst mit Trainern gemacht habe
– und was ich bewusst nicht weitergebe.
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